5. Herren: "Endlich verloren!" oder: "Der lustige Dalai Lama in Lichtenrade"

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arno  SCC-Mitglied

26.03.2013 - 13:21 Uhr

5. Herren: "Endlich verloren!" oder: "Der lustige Dalai Lama in Lichtenrade"

Liebe Freunde des zelluloidösen Rückschlagsports!

Gestern (am 25. März im Jahre 2013 nach Christi Geburt) ging es für die legendäre fünfte Mannschaft des verehrlichen SC Charlottenburg ins ferne, bäuerlich-sympathische Lichtenrade.

Das Hinspiel hatten wir (ebenfalls auswärts; Verlegungswünsche ließen es zu, dass wir uns für einen Heimrechttausch entschieden) recht überraschend beim damals ungeschlagenen Tabellenführer mit 8:6 gewonnen.

Geflitzt wie ein Spannebogen ging es also gestern ganz in den Süden Berlins, wo sich Fuchs und Hase, nein, nicht "Gute Nacht", sondern "Tschoooooh!!!" sagen (weil nämlich beide aktiv Tischtennis spielen; jawohl).

Wir spielten in folgender Aufstellung:

1. Arno "Die Klatsche von der Kantstraße" Lücker
2. Friedrich "Original Moabiter Kampfschwein mit Wohlfühlgewicht" Hartmann
3. Janosch "The Chaffeur" Benz
4. Dogan "Mohammed al Top Spin" Alüste

0:2
Unsere letzte Niederlage datiert auf den 13. September 2012. Damals waren wir BTTC Grün-Weiß 6:8 knapp unterlegen. Uns dürstete also endlich mal wieder nach einer Niederlage, ja, auch, um "am Boden" zu bleiben (womit die beiden schwergewichtigeren Mitspieler unserer Mannschaft fürderhin grundsätzlich wenig Probleme haben).
Unser 8:6-Sieg gegen die jungen, sympathischen und hoch-motivierten Jungs von Lichtenraden baute vor allem auf der 2:0-Führung nach den Doppeln auf. Vielleicht unterlief uns bei der Aufstellung dieses Mal ein taktischer Fehler. Außerdem spielte ich ja jetzt mit Dogan - statt, wie sonst, mit Benni. Wir kamen leider erst sehr spät gegen Zeidler/Boresch ins Spiel - im dritten Satz aufzudrehen reichte nicht mehr. -4 -6 -16 aus unserer Sicht.

Friedrich und Janosch schlugen sich am Nebentisch gegen das ebenfalls hoch-motivierte Doppel Schwenke/Haericke besser. Aber auch da sollte es nicht reichen. -6 +8 -9 -8.

1:3
In den beiden ersten Spielen im oberen Paarkreuz ging es gleich heiß her. Was ich am Nebentisch vom Spiel Zeidler vs. Hartmann sah, hätte man in dieser Form auch ein, zwei, vielleicht drei Klassen höher eingeordnet.

Vor 20 laut anfeuernden (aber immer fairen) Zuschauern pushte sich Zeidler richtig hoch - und gewann gegen Friedrich 3:1 (-9 +6 -7 -8 aus unserer Sicht). Zeitgleich spielte ich gegen Boresch.

Der Dalai Lama sagt: "Spiele ein gutes, ehrbares Tischtennis. Begegne jedem Netz- und Kantenball zu deinen Ungunsten mit einem Lächeln, das einem Schmetterling im Morgentau gleicht." Diese Maxime nahm ich mir zu Herzen und lächelte freudig jedem Kantenball entgegen. Ganz weit hinter der Platte macht ich im Gegenzug die unmöglichsten buddhistischen Punkte. Boresch knallte mir die Bälle entgegen, ich machte es dem Kolibri (oder war es der Tiger?) an einem frühen Sonntagmorgen gleich - und knallte zurück, bis die Menge lachte (und - wie ich hörte - auch mal mir applaudierte). +8 -8 +8 +7 für mich.

Dabei muss erwähnt werden, dass Dogan (der hier als zählender Schiedsrichter und als Coach agierte) ein hervorragender Trainer war, der in der Tat die richtigen Tipps gab. "Spiele dem Adler immer mit Schnitt in die Rückhand und der Adler wird zum Freund werden" (Dalai Lama).

2:5
Anschließend spielte Dogan gegen den sehr offensiven Linkshänder Schwenke. Dogan hatte meist die bessere (d. h.: schnellere) Antwort parat, musste aber dennoch kämpfen (was ihm aber Spaß zu machen schien; denn schon der Dalai Lama sagt: "Fange den Kondor mit Freude und selbst der beschissenste Montag öffnet sich dir gleich der Lotusblüte im Maien"). In fünf Sätzen gewann Dogan (und wenn er in Zukunft an seiner Beweglichkeit ernsthaft arbeitet, geht es auch noch schneller): +9 -8 -6 +4 +10.

Parallel musste Janosch leider seinem Gegner Haericke nach fünf harten Sätzen gratulieren: +9 -14 +8 -8 -2.

3:6
Dann kam wieder das obere Paarkreuz an den Tisch. Friedrich konnte seine gute Form leider dieses Mal nicht so gut umsetzen - und verlor (für mich überraschend) 0:3 gegen Boresch.

Im Duell der beiden Einser hatte ich Zeidler in der Hinrunde nach einem 0:2-Satzrückstand noch besiegen können. Schon damals war der Dalai Lama (äh, also symbolisch jetzt...) vom fernen Tibet aus in mich gedrungen und hatte mir mit einem Lächeln zugeflüstert: "Wenn die Wurzeln nicht vertrocknet sind, ist der Baum noch nicht tot." Für unsere weniger bewanderten Sportsfreunde ohne Abitur übersetzt: "Hau druff bis zum Letzten, bringt ja nüscht, einfach so 'abzuloosen' ist ja ooch irgendwie wenig knorke".

Und so tat ich es dem Dalai Lama gleich. Und gewann in fünf Sätzen gegen Zeidler. -9 -7 +7 +7 +8. Da half nur kompromissloses Offensivspiel. Aber es braucht mehr, als nur den Flügelschlag des blauen Schmetterlings zu beobachten. "Du musst den Schmetterling fangen, um ihm mit einem Lächeln wieder die Freiheit zu schenken." (Christian Schmale, 1048 v. Chr.)

5:8
Leider konnte Janosch gegen Schwenke den Sack nicht zu machen - und verlor in fünf Sätzen. Am anderen Tisch machte es Dogan ebenfalls wieder spannend - gewann aber in Fünf gegen Haericke.

"Teile Dein Wissen mit anderen. Dies ist eine gute Möglichkeit, Unsterblichkeit zu erlangen." - sagt, richtig geraten, der Dalai Lama. Und so belehrte mich Dogan, was im Spiel gegen Schwenke zu beachten sei. Und ich folgte dem Pfad der Erkenntnis mit Demut und führte schnell mit 2:0 in den Sätzen. Dann war ich plötzlich träge wie "[...] der kranke Elefant, der sich von der Herde trennt" (Zitat Magnus Kühne, 924 v. Chr.) und Schwenke holte zum 2:2 auf. Dann holte ich jedoch den "flatternden Kolibri" (Nicolai Popal, ca. 1139 v. Chr.) heraus und gewann den fünften Satz 11:7.

Janosch musste Zeidler nach drei Sätzen gratulieren. Und Dogan verlor in vier Sätzen gegen den sicher agierenden Boresch. Friedrichs sehr souverän herausgespielter Sieg gegen den "glitzernden Eisvogel beim ersten Fang eines Fisches" (Thomas Ming Blümel, neulich) Haericke zählte also leider nicht mehr.

Lichtenrade gewann 8:5. Und feierte lautstark (mit alkoholischen Getränken) den Aufstieg.

Wir haben den Relegationsplatz nun sicher - und werden alles tun, um diese Chance zu nutzen.

Denn wie sagte schon...

Ach komm, es reicht!

Dank an meine Mannschaft, die toll gekämpft - und hoffentlich Spaß gehabt hat.

Und wer mit Dogan noch intensiver trainineren möchte (was sein Wunsch ist): er ist jederzeit für euch alle ansprechbar.

Euer Arno

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tbluemel  typisch "Brandenburg" ...

26.03.2013 - 14:27 Uhr

rofl großes Grinsen

Na bei so einem beseelten Spiel wurde die Molle allem Anschein nach doch schon vor dem Spiel aufgerissen Zunge raus

Und wer mit Dogan noch intensiver trainineren möchte (was sein Wunsch ist): er ist jederzeit für euch alle ansprechbar.


Wir sicher auch Augenzwinkern


"Es genügt nicht, zum Fluss zu kommen mit dem Wunsch, Fische zu fangen. Ich muss auch ein Netz mitbringen."

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Leon-TT  Vorstand

26.03.2013 - 18:42 Uhr

Und auch hier, neben dem obligatorischen Lob für diesen gelungenen Historienschinken: "Der Geist ist willig, allein die Schulter ist schwach", Satz des Pythagoras.

Aber wie andernorts schon erwähnt, ich stehe sehr gerne bereit fürs Training

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Nico  SCC-Mitglied

26.03.2013 - 19:09 Uhr

großartiger Bericht Arno!!
und schön gekämpft habt ihr auch, Siege werden auch wieder kommen!

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Duecento  SCC-Mitglied

27.03.2013 - 14:50 Uhr

Wenn Dogan oder die anderen Kids mal gegen Noppen üben wollen - einfach mich beim Training ansprechen. Ich beiße auch nicht, eventuell aber die Noppen großes Grinsen

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Matze  Peitsche!

27.03.2013 - 23:03 Uhr

habe mir das Buch da oben nicht durchgelesen...aber eins ist sicher und das habe ich ihm auch schon am sonntag gesagt: nicht so viele chips essen ;-) DU weisst WEN ich meine!

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Wenn Du kannst dann spiel Rückhand

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Mammut  SCC-Vorstand

28.03.2013 - 12:20 Uhr

Lustiger Bericht Arno! Ohne Ernst jetzt.

Glückwunsch Euch zum Relegationsplatz.

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